Begrüßung durch Peter-Michael Thom, Vorsitzender des Vorstandes der G·E·M
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Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich begrüße Sie herzlich in der Villa Bonn und heiße Sie willkommen zu unserem kleinen Festakt anläßlich des 50-jährigen Bestehens der Gesellschaft zur Erforschung des Markenwesens. Ich freue mich, daß Sie unserer Einladung gefolgt sind.
Ganz kurz einige Stichworte zu unserem Veranstaltungsort: Erbaut 1896 von dem Frankfurter Kaufmann und Bankier Wilhelm Bernhard Bonn ist dies großbürgerliche Palais seit 1923 die Heimstatt der Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft. Hier referierten u.a. Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Thomas Mann, Theodor Heuss und Ludwig Erhard. Vor allem Letzterer hat seine Wertschätzung und die Bedeutung des Markenartikels mit dem Zitat "Nichts ist für eine Volkswirtschaft ärgerlicher als ein missratener Markenartikel" deutlich gemacht.
Ich freue mich zu unserer Jubiläumsfeier nun zwei Ehrengäste besonders begrüßen zu können:
Herrn Johann C. Lindenberg, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Unilever Deutschland GmbH und Vorsitzender des Markenverbands. Ohne den doppelt so alten Markenverband gäbe es die G·E·M nicht, zumindest nicht in der existierenden Form. Die Partnerschaft Markenverband/G·E·M ist eine Institution. Wir sind gewissermaßen Familienmitglieder mit unterschiedlichen Aufgaben unter einem Dach. Ohne Ihre Anwesenheit, Herr Lindenberg, wäre die Geburtstagsgesellschaft wahrlich unvollständig.
Ich danke Ihnen, daß Sie der Einladung der G·E·M gefolgt sind und sich bereitgefunden haben, heute Abend zu uns zu sprechen. Seien Sie herzlich willkommen.
Besonders freue ich mich, als Festredner Jesuitenpater Dr. Albert Ziegler aus Zürich zu begrüßen.
Pater Ziegler studierte in der Schweiz an der Universität Fribourg und an der Universität Löwen in Belgien. Er ist Volkswirt, Historiker, Philosoph und Theologe. Er war viele Jahre Hochschulseelsorger in Zürich, Rektor der Theologischen Kurse für Laien, und Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät des Katechetischen Institutes in Luzern. Seit 1992 ist er Mitglied der Ethischen Kommission der Schweiz. Akademie der Medizinischen Wissenschaft.
Pater Ziegler ist ein profilierter Referent zu berufsethischen Themen und gefragter Berater des Topmanagements bedeutender Unternehmen. Das Thema seines Festvortrages heute Abend lautet:
Mensch - Gesellschaft - Vertrauen - Marke: Ein Beitrag zur Erforschung des Markenwesens
Ich danke Ihnen verehrter Pater Ziegler dafür, daß Sie unserer Einladung gefolgt sind. Wir betrachten es als eine hohe Ehre, Sie heute bei uns zu haben. Seien Sie herzlich willkommen.
Bevor wir unsere Referenten hören, möchte ich einen kurzen Abriß zu den 50 Jahren G·E·M geben. Die Gründungsversammlung fand am 15. Juni 1954 in Wiesbaden statt. Wir haben aus ökonomischen Gründen etwas geschummelt und die Geburtstagsfeier wegen des morgen stattfindenden "Markendialogs" vorgezogen.
Ich stelle hierbei erfreut fest, daß viele Gründungsmitglieder von 1954 auch heute noch der G·E·M engagiert verbunden sind: Beiersdorf, Nestlé, Dr. August Oetker, Reemtsma Cigarettenfabriken und die Günter Wagner Pelikan-Werke. Einige an der Gründung beteiligte Unternehmen sind durch Fusionen mit ihren Marken ebenfalls noch vertreten: Allgäuer Alpenmilch, Franck und Kathreiner, Knorr, Maggi, Sarotti, Sunlicht.
Warum wurde nun 1954 die G·E·M ins Leben gerufen?
Das Motiv der Gründung der Gesellschaft ist mit wenigen Worten umschrieben. Im Gründungsprotokoll von 1954 heißt es dazu:
"Bereits seit geraumer Zeit habe der Vorstand (des Markenverbandes) ein Bedürfnis empfunden, neben die wirtschaftspolitische und firmenbetreuende Organisation des Markenverbandes eine besondere Gesellschaft zu stellen, die die Tatsachenforschung auf dem vielfältigen Gebiet des Markenwesens betreibe und fördere."
Dieser Leitlinie ist die G·E·M in den letzten 50 Jahren gefolgt und sie bleibt auch zukünftige Verpflichtung.
Jedoch - das Aufgabenprofil hat sich verändert: Die Fragestellungen nach den theoretischen Fundamenten der Marke, die Ansätze der Erforschung ihrer Wirkung, sind erheblich differenzierter geworden. Vor 50 Jahren war dies weitgehend Gegenstand der Betriebswirtschaftslehre; Soziologie und Psychologie spielten schon eine gewisse Rolle, aber der von Hans Domizlaff aus den 30er Jahren stammende Ansatz, die Entwicklung einer Marke als Wechselbeziehung zwischen dem mit besonderen Instinkten ausgestatteten schöpferischen Geist einerseits und einer postulierten Massenseele andererseits zu betrachten und zu erklären, konnte sich nur sehr begrenzt durchsetzen.
Heute wissen wir das eine ganzheitliche, interdisziplinäre Sichtweise zur Deutung und Erklärung des Wesen der Marke notwendig ist. Spannend dabei ist, daß sich die Interdisziplinarität nicht nur auf die erweiterten Geisteswissenschaften bezieht, sondern gleichermaßen auch auf Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften wie z.B. der Anthropologie, Evolutionsbiologie und Hirnforschung.
Dieser Tatsache wird die G·E·M in verstärktem Maße Rechnung tragen.
Das Kernanliegen der G·E·M ist der Erfahrungs- und Wissens-Austausch zwischen Unternehmenspraxis und Wissenschaft, insbesondere der forschenden. Hierbei wollen wir zukünftig stärker unser Augenmerk auf den gelebten Austausch zwischen unseren Mitgliedern aus den Unternehmen einerseits und den forschenden Institutionen andererseits richten. Erste erfolgreiche Kooperationen gibt es, bitte fordern Sie uns.
Die Veranstaltung, die diesem Anliegen in besonderer Weise dient, ist der jährlich stattfindende "G·E·M Markendialog". Morgen findet er zum achten Mal statt. Sie sind dazu eingeladen worden. Ich verspreche Ihnen: Themen und Referenten sind wie gewohnt exzeptionell.
Die G·E·M hat im vergangenen Jahr mit einer weiteren Veranstaltungsreihe unter dem Titel "G·E·M Kamingespräche" begonnen. Zu dieser Veranstaltung laden wir herausragende Persönlichkeiten ein, die als Inhaber oder Topmanager eines Unternehmens langfristige und erfolgreiche Markenführung bewiesen haben. Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse im Umgang mit Marken, Menschen und Märkten werden im Dialog mit den geladenen Gästen aus dem Kreis unserer Mitglieder diskutiert.
Referent des ersten G·E·M Kamingespräches im Mai 2003 war Herr Dr. Helmut Maucher, Ehrenpräsident des Verwaltungsrates der Nestlé AG. Das nächste Kamingespräch findet im Herbst dieses Jahres statt.
Zuletzt möchte ich noch meinen Dank an zwei Personengruppen adressieren:
Erstens an meine Kollegen aus Vorstand und Kuratorium der G·E·M, ohne deren ehrenamtliches Engagement, welches einen erheblichen Zeitbedarf erfordert, diese Arbeit und die G·E·M Veranstaltungen nicht denkbar wären. Hierbei möchte ich ganz besonders auch alle ehemaligen Vorstands- und Kuratoriums-Mitglieder eingeschlossen wissen, die durch ihre genauso engagierte Arbeit es erst möglich gemacht haben, daß die G·E·M heute ihr 50-jähriges Jubiläum feiern kann.
Die zweite Gruppe sind die der G·E·M so engagiert verbundenen Referenten, Autoren und Förderer, die durch ihr umfangreiches Wissen und ihre einzigartige Erfahrung die Markendialoge und Kamingespräche zu außerordentlich begehrten Veranstaltungen machen. Ihnen möchte ich darüber hinaus für die vorzüglichen Grußworte und Beiträge im Special des neuesten Markenartikel "50 Jahre G·E·M" danken.
Ihnen, meine Damen und Herren, danke ich für Ihre Aufmerksamkeit und bitte nun Herrn Lindenberg, zu uns zu sprechen





